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Die letzte Sitzung des Begleitausschusses unserer Partnerschaft für Demokratie in der aktuellen Förderperiode wurde in Verbindung mit einem Besuch in Schengen durchgeführt. 30 Bürgerinnnen und Bürger, darunter Mitglieder des Begleitausschusses, aktuelle und ehemalige ProjektträgerInnen sowie Interessierte aus Politik und Gesellschaft waren der Einladung gefolgt und erlebten einen kurzweiligen und informativen Nachmittag.

Die Gruppe vor dem Denkmal „Accord de Schengen“.

Pünktlich zum Start am Konzer Marktplatz verzogen sich die Regenwolken und die Sonne kam hervor. Beste Voraussetzungen für die Führung in Schengen, die zu großen Teilen unter freiem Himmel stattfand. Unter dem Titel „Schengen lebt“ wurde die Entwicklung des Schengener Abkommens und seine Auswirkungen auf unser heutiges Leben dargestellt. Eingebettet in eine Vielzahl von Anekdoten und überraschender Details besuchte die Gruppe mit einem überaus kompetenter Gästeführer das Denkmal „Accord de Schengen“, die "Nationensäulen", Reste der "Berliner Mauer", das Europäische Museum und das Schloss von Schengen. Zum Abschluss der Führung wurde zur Erinnerung ein personalisiertes Vorhängeschloss an der Skulptur „ E Schlass fir Schengen“ angebracht.

Beim Besichtigen der Nationensäulen vor dem Europäischen Museum Schengen.

Im zweiten Teil des Nachmittages ging es dann zur Begleitausschusssitzung, in deren Rahmen erste Ergebnisse der Situations- und Ressourcenanalyse vorgestellt wurden. Die auf der Basis einer Vielzahl an Einzelgesprächen zusammengetragenen Erkenntnisse zeigten deutlich, dass auch in der VG Konz viele Entwicklungen analog zur Bundesebene zu beobachten sind, wenn auch z.T. in abgeschwächter Form bzw. mit anderen Schwerpunkten. So zeigen z.B. Wahlergebnisse der zurückliegenden Wahlen ein deutliches Erstarken der Populisten und auch eine Verrohung der Sprache ist deutlich erkennbar, vor allem aber nicht nur in sozialen Medien. Auch Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, etwa aufgrund von Hautfarbe, Nationalität, sexueller Orientierung oder Geschlecht wurden genannt. Die im Rahmen der Analyse wie auch im Zuge der anschließende Diskussion gemachten Statements zeigten ein sehr heterogenes Bild der Wahrnehmung der Problemlagen.

Weitgehender Konsens bestand aber darin, dass gegenseitiger Respekt und die Verbesserung in der Verbreitung von Informationen wichtige Ansatzpunkte sind. Diese sollen sich in der weiteren Arbeit der PfD in der kommenden Förderperiode niederschlagen. In den kommenden Tagen erwarten das Federführende Amt und die Koordinierungs- und Fachstelle, die auch für die Organisation der Sitzung verantwortlich zeichneten, den Förderbescheid für die neue Förderperiode, die am 01.01.2020 startet. Sobald diese vorliegt wird es auch einen offiziellen Projektaufruf geben. 

Am vergangenen Samstag hatte die Evangelische Kirchengemeinde zur Vernissage des Fotoprojektes "Leben in Konz", das im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie in der VG Konz unterstützt wird, geladen. Fast 80 Interessierte waren der Einladung gefolgt. Sie erlebten nicht nur die erste Veranstaltung im sanierten und erweiterten Gemeindehaus, sondern auch mehr als 35 großformatige Drucke und über 100 Bilder im Rahmen einer Diashow. Die Bilder, auf denen Konzer Mitbürger verschiedenen Alters, Geschlechts und verschiedener Hautfarben und Nationalitäten zu sehen waren machten eines deutlich - Konz ist vielfältig!

In der anschließenden Diskussion, die vom Projektinitiator und Fotografen Günter Frentzen moderiert wurde stand das Thema "Zusammenleben und Integration" im Vordergrund. Heftig und zum Teil kontrovers wurde die Frage nach Faktoren und Voraussetzungen für gelingende Integration diskutiert. Neben der Sprache wurde auch die Bereitschaft aller sich auf einen Integrationsprozess einzulassen als grundlegend benannt.

Ziel des Projektes ist es durch Porträts sowohl von einheimischen Konzern als auch von Menschen aus zahlreichen Nationen, die in Konz dauerhaft oder auch nur vorübergehend ihren Wohnsitz haben, ein Bild vom sozialen Gefüge der Stadt veranschaulichen. Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Dezember im evangelischen Gemeindehaus, Karthäuser Straße 155 an folgenden Terminen zu sehen:
nach den Sonntagsgottesdiensten am
17.11. ab ca. 12 Uhr
24.11. ab ca. 11 Uhr
01.12. ab ca. 11 Uhr
08.12. ab ca. 11 Uhr
15.12. ab ca. 12 Uhr
sowie am Dienstag, 26.11. ab 17 Uhr

Wieviel Ungleichheit verträgt die Demokratie? Debatte mit Klaus Jensen

Umfragen zeichnen ein widersprüchliches Bild der sozialen Lage und des Zustands der Demokratie in Deutschland: einerseits sind die Bürger und Bürgerinnen mit ihrer persönlichen Lebenssituation zufriedener als jemals zuvor, andererseits gibt es deutliche Anzeichen für die zunehmende Verbreitung von Zukunftsängsten. Einerseits ist viel die Rede von Politik- und Demokratieverdrossenheit, andererseits steigt nicht nur die Wahlbeteiligung; auch Initiativen zur Beförderung der Demokratie „vor Ort“ finden regen Zuspruch. Zu diesen Initiativen zählt der Politische Salon Konz, der vor mittlerweile über zwei Jahren von politisch interessierten Konzer Bürgern und Bürgerinnen ins Leben gerufen wurde. Das Motto des Politischen Salons Konz lautet: Demokratie braucht das politische Gespräch. Er wird gefördert von der Lokalen Partnerschaft für Demokratie Konz und unterstützt vom Caritasverband.

Im Politischen Salon Konz steht die Diskussion zwischen den Teilnehmern und Teilnehmerinnen im Vordergrund. Alle Interessierten aus dem Gebiet der Verbandsgemeinde Konz sind herzlich eingeladen, ihre Sicht der Dinge einzubringen, einen Standpunkt zu vertreten, auch wenn sie dabei noch unsicher sind, aber auch ohne Scheu Fragen zu stellen, auf die vielleicht niemand eine Antwort hat. In diesem Sinn wurden vom Politischen Salon schon etliche brisante und auch schwierige Themen erörtert – wie beispielsweise zu den Stichworten Heimat, Elite, Antisemitismus, Wertewandel, Leitkultur.

Die nächste Veranstaltung des Politischen Salons Konz widmet sich dem Thema: „Soziale Spaltung? – Demokratie in Gefahr?“ Sie findet statt am 24.11.2019 um 11 Uhr im Konzer-Doktor-Bürgersaal, Wiltinger Str. 10-12. Als besonderer Gast wird Klaus Jensen, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Trier, die Debatte eröffnen.

Das Thema „Wieviel Ungleichheit verträgt die Demokratie?“ war seit langem geplant. Denn tatsächlich – so heißt es in einer Pressemitteilung der Initiatoren des Politischen Salons - öffnet sich die Schere zwischen den armen und reichen Rändern der Gesellschaft stetig. Am unteren Ende und in der Mitte der Gesellschaft fühlen sich immer mehr Bürger und Bürgerinnen durch die demokratischen Strukturen nicht mehr angemessen vertreten. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Frage nach der Demokratieverträglichkeit sozialer Ungleichheit. Führt soziale Polarisierung zur politischen Radikalisierung? Treibt soziale Spaltung die Republik nach rechts?  Wann und warum fungiert soziale Ungleichheit als Nährboden von Hass und Gewalt? Was kann man dagegen tun?

Der antisemitische Anschlag in Halle habe diesen Fragen zu neuer, hochbrisanter Aktualität verholfen. Der Politische Salon will aber auch Gelegenheit zum Meinungsaustausch darüber geben, ob und wie sich die Problematik der sozialen Spaltung auch „vor Ort“ - also in der Stadt und in der Verbandsgemeinde Konz bzw. in der Region Trier - stellt. Die Debatte mündet in einen politischen Frühschoppen bei einem Glas Wein, zu dem alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen herzlich eingeladen sind.

Einladung zur öffentlichen Begleitausschusssitzung mit Besuch des Europäischen Museum Schengen

Im Jahr 2015 wurde die Partnerschaft für Demokratie (PfD) in der VG Konz eingerichtet. Seither konnten mehr als 60 Aktivitäten, Projekten und Maßnahmen umgesetzt und durch die PfD unterstützt werden. So unterschiedlich diese auch waren, sie alle verfolgen ein Ziel – sie setzen sich für ein vielfältiges und friedliches Miteinander, für die Stärkung der Demokratie und gegen Extremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit ein.

Zum 31.12.2019 endet nun die aktuelle Förderperiode. Um gemeinsam auf die Ergebnisse der vergangenen 5 Jahre zurück zu blicken und auf die neue Förderperiode, die am 01.01.2020 beginnt zu schauen, lädt die PfD Konz für Freitag, 29. November zu einer öffentlichen Begleitausschusssitzung mit Besuch im Europäischen Museum Schengen ein. Abfahrt ist um 13 Uhr mit dem Bus ab Konz, Marktplatz. Die Rückankunft in Konz ist für 18 Uhr geplant.

Lernen Sie bei einer Führung das Europäische Museum Schengen kennen. Das Museum geht auf einen Meilenstein in der europäischen Integration, die Abschaffung der Personenkontrollen an den Binnengrenzen, ein. Außerdem werden im Rahmen der Veranstaltung die ersten Ergebnisse der seit Sommer 2019 durchgeführten Situations- und Ressourcenanalyse für die PfD Konz vorgestellt und es gibt Zeit und Raum sich über neue Projektideen auszutauschen.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Wir bitten um Anmeldung bis zum 20. November. Zwecks Rückfragen und Anmeldung nehmen Sie bitte Kontakt mit der Koordinierungs- und Fachstelle auf.

In diesem Jahr wird das Grundgesetz (GG) 70 Jahre alt! Am 23. Mai 1949 trat es in Kraft, seit der Wiedervereinigung gilt es „für das gesamte deutsche Volk“. Insbesondere die Grundrechte (Artikel 1-19 des Grundgesetzes) sind von Bedeutung, da sie die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in Deutschland darstellen. Und dies ist umso bedeutsamer, wenn in einer vielfältigen Gesellschaft immer weniger Menschen kulturelle Wurzeln und Traditionen teilen.

Die Partnerschaft für Demokratie in der VG Konz möchte das 70jährige Jubiläum zum Anlass nehmen, um Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen: Welche Rechte habe ich? Wie möchte ich behandelt werden – und wie sollte ich andere behandeln? Wir rücken im Laufe des Jahres unterschiedliche Grundrechte in den Fokus. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen mit uns gemeinsam Demokratie zu (er)leben!

Artikel 3, Satz 2 des Grundgesetzes lautet „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Diesen Artikel stellen wir im Rahmen der Veranstaltung "Mehr Stolz, Ihr Frauen! - Femmage zwischen szenischer Lesung und Kabarett" am Sonntag, 3. November in den Mittelpunkt.
Seit 100 Jahren haben die Frauen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht. Eine der Pionierinnen und zugleich eine wunderbar witzige und innovative Autorin war Hedwig Dohm (1831-1919). Bereits 1873 forderte sie als Erste in Deutschland das Frauenwahlrecht und die völlige rechtliche, soziale und ökonomische Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Ihre Texte haben bis heute nichts von ihrer Frische und Aktualität verloren.
Dohms Markenzeichen sind Witz und Ironie. Mit bekannten Zeitgenossen von Friedrich Nietzsche bis Georg Groddeck liefert sie sich in ihren Texten wahre Wortgefechte - wie gemacht für die Bühne und für das "Hedwig Dohm Trio" Nikola Müller, Isabel Rohner und Gerd Buurmann. Spannend, informativ und dabei höchst unterhaltsam stellen die beiden Herausgeberinnen der Edition Hedwig Dohm zusammen mit Schauspieler Gerd Buurmann Dohms Leben und Werk vor und geben dem Publikum Einblicke in die Geschichte der Frauenbewegungen. Eine Matinee, bei dem nicht nur viel gelernt, sondern auch viel gelacht werden kann!
Die Veranstaltung wird von der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie in der VG Konz in Kooperation mit den Gleichstellungsbeauftragten Iris Molter-Abel (VG Konz) und Anne Hennen (Landkreis Trier-Saarburg) durchgeführt. Beginn ist um 11:30 Uhr im Kloster Karthaus, Brunostraße 23a. Der Zugang zum Veranstaltungsraum ist barrierefrei. Der Eintritt ist frei.