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2021 wird das Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ bundesweit mit verschiedenen Veranstaltungen und Festakten feierlich begangen. Auch die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie in der VG Konz hat zu diesem Anlass eine umfangreiche Veranstaltungsreihe organisiert, um auf die jüdische Geschichte in der Region und auf das jüdische Leben in Deutschland insgesamt aufmerksam zu machen.

Gleich zum Auftakt der Reihe gab es am gestrigen Abend eine Premiere. Der Bitburger Filmemacher Adolf Winkler zeigte seinen neuesten Film über die jüdische Kultur in Deutschland und Rheinland-Pfalz. Der Film folgt den jüdischen Spuren in Deutschland, wobei der Fokus insbesondere auf die Geschichte der jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz gelegt wird. Zu den prägenden Orten in der Kulturgeschichte der Juden zählen u.a. Trier und die SchUM-Städte Speyer, Mainz und Worms. Neben diesen räumlichen Aspekten thematisiert der Film außerdem verschiedene Mythen und Erzählungen, wie z.B. die Legende des Werner von Bacharach. Ein weiteres Highlight ist der Amsterdamer Machsor, ein Gebetbuch für die jüdischen Feiertage, welches erstmals im Film zu sehen ist.

Als Gäste konnte Thilo Becker von der Koordinierungs- und Fachstelle der PfD Konz zusammen mit Adolf Winkler u.a. den Beauftragten für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen in Rheinland-Pfalz, Herrn Dieter Burgard, regionale Wissenschaftler und Herrn Beigeordneter Guido Wacht von der VG Konz begrüßen.

In den kommenden Wochen folgen weitere Veranstaltungen. Dazu zählen eine Bildungsfahrt nach Worms mit Besuch des Raschi-Hauses sowie einer Führung durch das jüdische Viertel und auf dem jüdischen Friedhof "Heiliger Sand", ein Besuch der jüdischen Kultusgemeinde in Trier, eine Lesung mit dem Autor Michael Wuliger ("Der koschere Knigge - Trittsicher durch die deutsch-jüdischen Fettnäpfchen") sowie ein rollender Vortrag zu Orten jüdischer Geschichte in der VG Konz. Kooperationspartner der Reihe sind u.a. die VHS und die Stadtbibliothek Konz, das Emil-Frank-Institut, der Arbeitskreis "Grenzenlos gedenken" und die Trierer Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

>Veranstaltungsflyer als Download<

2021 wird das Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ bundesweit mit verschiedenen Veranstaltungen und Festakten feierlich begangen. Auch die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie in der Verbandsgemeinde Konz möchte diese Gelegenheit zum Anlass nehmen, um auf die jüdische Geschichte in der Region und auf das jüdische Leben in Deutschland insgesamt aufmerksam zu machen.

Leider bietet dieser lange Zeitraum des Zusammenlebens nicht nur Anlass zur Freude. Der Antisemitismus und der Hass auf Juden haben in Deutschland eine lange Geschichte, dessen Wurzeln zum Teil bis ins Mittelalter zurückreichen und mit dem Holocaust zu einem traurigen Höhepunkt gelangten. Wie der Anschlag von Halle im Oktober 2019 gezeigt hat, ist der Antisemitismus in Deutschland nach 1945 keineswegs verschwunden, sondern immer noch hochaktuell. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet seit Jahren einen Anstieg von antisemitischen Straftaten. Hierzu zählen auch Hakenkreuz-Schmierereien auf jüdischen Friedhöfen, Angriffe auf Rabbiner und Attacken auf Menschen, die eine Kippa tragen. Die Ausgrenzung, Diskriminierung und Abwertung von Menschen jüdischen Glaubens sind keine Einzelfälle, vielmehr handelt es sich um ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Durch die Corona-Pandemie scheint der Antisemitismus in Deutschland zudem weiteren Auftrieb erhalten zu haben. Gerade in unsicheren Zeiten suchen Menschen häufig nach einfachen Erklärungsmustern. Nicht wenige Corona-Leugner oder Querdenker bedienen sich hierbei bestimmter Verschwörungstheorien, welche am Ende auf das Narrativ einer jüdischen Weltverschwörung hinauslaufen. Die Zunahme antisemitischer Vorfälle und die Verbreitung solcher Denkweisen führen auch zu einer wachsenden Verunsicherung der jüdischen Mitbürger. Allein die Tatsache, dass Synagogen in Deutschland immer noch Polizeischutz benötigen, ist zutiefst beschämend. Ungeachtet der Sicherheitslage in Bezug auf den Rechtsextremismus, liegt ein Großteil der antisemitischen Stereotype und Vorurteile auch darin begründet, dass nur die wenigsten etwas Genaueres über die jüdische Religion wissen, geschweige denn, Juden aus dem realen Leben kennen. Zudem wird ein sehr einseitiges Bild über Juden vermittelt, welches deren Wahrnehmung auf die Opferrolle und den Holocaust verengt. Über jüdische Feiertage und jüdische Literatur redet man jedoch kaum.

Die Koordinierungs- und Fachstelle möchte die Bürgerinnen und Bürger von Konz daher vor allem für das Thema der jüdischen Religion und Kultur sensibilisieren. Hierbei soll auch deutlich werden, dass deutsch und jüdisch keine Gegensätze sind, sondern dass das Judentum ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Geschichte ist. Für den Zeitraum September bis November hat die Koordinierungs- und Fachstelle eine Veranstaltungsreihe anlässlich des Jubiläums "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" geplant. Im Rahmen der Reihe stehen eine Filmvorführung "Jüdisches Leben und jüdische Kultur in Rheinland-Pfalz", eine Bildungsfahrt nach Worms mit Besuch des Raschi-Hauses sowie einer Führung durch das jüdische Viertel und auf dem jüdischen Friedhof "Heiliger Sand", ein Besuch der jüdischen Kultusgemeinde in Trier, eine Lesung mit dem Autor Michael Wuliger ("Der koschere Knigge - Trittsicher durch die deutsch-jüdischen Fettnäpfchen") sowie ein rollender Vortrag zu Orten jüdischer Geschichte in der VG Konz auf dem Programm.

Kooperationspartner der Reihe sind u.a. die VHS und die Stadtbibliothek Konz, das Emil-Frank-Institut, der Arbeitskreis "Grenzenlos gedenken" und die Trierer Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

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Am Dienstag, 18. Mai treffen sich die Begleitausschüsse der Partnerschaft für Demokratie aus Konz und der Partnerschaft aus Saarburg-Kell erstmalig zu einer gemeinsamen Online-Sitzung. Hintergrund sind zwei partnerschaftsübergreifende Anträge, die im Rahmen der Sitzung durch die Projektträger vorgestellt werden. Für beide Projekte stellen der diesjährige bundesweite Themenschwerpunkt „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und der 80. Jahrestag der ersten Deportation jüdischer Menschen aus der Region Trier-Luxemburg am 16. Oktober 1941 den übergeordneten Rahmen.
Wer an der öffentlichen Sitzung, die am Dienstag, 18. Mai um 17:30 Uhr als ZOOM-Konferenz stattfindet teilnehmen möchte, kann sich über die Koordinierungs- und Fachstelle per Mail (info@demokratie-leben-konz.de) oder telefonisch (06501 94050) für die Teilnahme anmelden.